Wiedikon

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Brunnen Schmiede Wiedikon

Der Vorstand des Quartiervereins Wiedikon am Tag der offenen Tür im Kreisgebäude 3

Das Kreisgebäude 3 beherrscht mit seinen hohen Giebeln die Schmiede Wiedikon, das geschäftige Zentrum des Wohnquartiers. Das Heimatstil-Gebäude wurde 1910 vom damaligen Stadtbaumeister Friedrich Fissler erbaut und figuriert im Inventar der schützenswerten Bauten. 40 Jahre nach der letzten grossen Sanierung war eine umfassende Instandsetzung und Erneuerung notwendig.
Kreisgebäude 3 Eröffnungsfest
Zum Gebäude:
Im Laufe der Instandsetzung wurde das Gebäude praktisch auf den Rohbau zurückgebaut. Die ursprüngliche Raumstruktur wurde dabei wiederhergestellt, und die Lichtführung durch dielenartige Wartehallen verbessert. Sämtliche haustechnischen Installationen wurden neu erstellt. Um eine nachhaltige Energieversorgung zu erreichen, wird erneuerbare Energie und anfallende Abwärme für die Versorgung des Gebäudes verwendet. Die Ölheizung wurde durch eine neue Grundwasserstrom-Wärmepumpenanlage ersetzt. Neue, dichte Fenster schützen vor dem Strassenlärm und verbessern die Energiebilanz, ebenso wie die neue Innenwärmedämmung.
Der Vorstand des Quartiervereins Wiedikon hatte das Vergnügen, das neu renovierte Gebäude in neuem Glanz in einer Führung durch unseren Kreischef Hr. Robert Oberholzer zu besichtigen. Treffpunkt war um 12:00 Uhr am Haupteingang, Zurlindenstrasse 87. Zum allgemeinen Verständnis sei hier gesagt, dass das Gebäude zwei Treppenhäuser mit je zwei Eingangstüren hat, wobei der Haupteingang an der Zurlindenstrasse liegt und dieses Treppenhaus über einen Lift verfügt, was beim zweiten Treppenhaus nicht der Fall ist. Das zweite Treppenhaus ist nur für interne Zwecke und nicht als Eingang für die Bevölkerung vorgesehen. Das heisst ab dem Haupttreppenhaus können die Regionalwache Zürich Wiedikon mit dem Detektivposten, dem KRV und der Wache im Parterre sowie das Kreisbüro und das Friedensrichteramt erreicht werden.
Durch ein ausgeklügeltes, elektronisches Sicherheitskonzept ist sichergestellt, dass nicht irgendjemand durch das Treppenhaus unbemerkt in irgendwelche Büros gehen kann. Somit ist es auch verständlich, dass der Bürger mit einem polizeilichem Anliegen sich in der Wache melden muss und von dort aus zugewiesen wird.
Zurück zur Führung. Herr Oberholzer führte die Vorstandsmitglieder über den Haupteingang zur Wache. Irritiert standen wir vor zwei braun gestrichenen Metalltüren. Wo ist denn nun der Eingang zur Wache? Ein nicht offizielles A4 Blatt mit der Aufschrift Polizei nahm dem Besucher die Entscheidung ab. Der Kreischef öffnete die Tür und die Besucher traten in die Wache ein. Ein relativ enger Vorraum mit einem Schalter trennt von den zwei Wachchefs. Zum Schutze vor Pandemie Erreger usw. werden die Beamten mit einer Glaswand zwischen dem Anmelde-und Warteraum geschützt. Sie trägt einen Vielfachaufdruck von einem geteilten Apfel (siehe Bild oben), wahrscheinlich ein Überbleibsel von dem Reichsapfel aus dem Wiediker Wappen.
Zurück zum Schalter, hier bringt man sein Anliegen vor und bis der zuständige Beamte kommt, wird man in den Warteraum gebeten, gerade gross genug für zwei Stühle. Die beiden Räume sind durch eine Glaswand getrennt. Da wartet man in der Hoffnung, keine vertraulichen Informationen von anderen Klienten im Schalterraum mithören zu müssen. Diese Lösung ist nicht optimal gelungen, da die Verglasung zwischen den beiden Räumen alles andere als schalldicht ist.
Im Büroraum der Wache sind 12 Arbeitsplätze untergebracht. Hier fielen die modernen Deckenleuchten auf (sie sind im Hause Standard), die das Licht über die schallschluckende Decke auf die Arbeitsplätze abgeben. Die Führung führte über drei Vernehmungsbüros gerade gross genug für je vier Personen. Zwei sogenannte Distanzräume beeindrucken durch ihre vandalensicheren Gitter und einer Bank zum Sitzen, mehr gibt es im Raum nicht. Ist für die festgehaltene Personen gedacht, die sich anständig benehmen. Renitente Unangenehme kommen direkt in eine der drei Zellen im Kellergeschoss. Die Besucher nahmen im ungemütlichen Raum Platz. Der Kreischef, dass alles vandalensicher gebaut ist, das heisst ein Stehklo aus Chromstahl und ein kleines Waschbecken aus demselben Material. Die ganze Zelle ist mit Fliesen ausgekleidet. Im Putzraum gibt es ein Hochdruckschlauch, um bei schlimmem Fällen die nachträgliche Reinigung auszuführen. Der Kreischef liess es sich nicht nehmen, die Besucher für kurze Zeit einzuschliessen und durch das Fenster die Reaktionen zu anzusehen. Die Türen haben eine Sicherung, damit sie stufenweise geöffnet werden können und dem öffnenden Beamten dadurch nicht ins Gesicht geschlagen werden können. Als nächstes erfolgte die Besichtigung des Mannschaftsraums, der unter anderem über eine moderne Küche verfügt. Das ganze Gebäude wurde Standard Minergie P gebaut. Um die Energieversorgung zu erreichen, wird erneuerbare Energie und anfallende Abwärme für die Versorgung des Gebäudes verwendet. Die Ölheizung wird durch eine neue Grundwasserstrom-Wärmepumpenanlage ersetzt. Neue, dichte Fenster mit Dreifachverglasung schützen vor dem Strassenlärm und verbessern die Energiebilanz, ebenso wie die neue Innenwärmedämmung.
Trotz allen Minergiemassnahmen bekam man den Eindruck, dass es in den Räumen mit 25 bis 28 Grad sehr warm war, wo bleibt da der Minergie - Effekt, das kann ja nur an Kinderkrankheiten liegen. Es bleibt zu hoffen, dass man dieses Problem in den Griff bekommt. Es gibt Arbeitsräume mit Kühldecken, worin gegenüber den anderen Räumen eine spürbare Minderung der Temperatur erreicht wird. Funktioniert aber nur, sofern alle Fenster im Raum und die Tür geschlossen sind. Durch den Minergiestandard sind nur Gerätschaften mit Klasse AAA erlaubt. Im Falle des Mannschaftsraumes zwei Induktionskochherde. Für jede Mannschaft á 12 Personen gibt es einen Kühlschrank mit ca. 130 Liter Inhalt. Dieser scheint mir etwas klein geraten. In diesem Raume fallen modernste Kommunikationsmittel auf, ein Bildschirm zeigt Bilder der Überwachungsanlage, ein zweiter riesiger Bildschirm lässt vermuten, dass hier die Fussballspiele verfolgt werden. Das ist definitiv nicht so, sondern dieser Raum wird bei Grosserreignissen als Kommandoraum benützt. Innerhalb des Kreisgebäudes gibt es noch zwei weitere Kommandoräume, die durch diese Kommunikationsmittel miteinander verbunden werden können.
Anschliessend führte uns der Kreischef in die erste Etage ins Kreisbüro. Hier ist der Leiter Hr. Roger Meili persönlich anwesend, zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begrüsst er die Bürger, die sich heute Zeit genommen haben das Kreisgebäude zu besuchen.
Der Vollständigkeit halber sind noch die Ruheräume zu erwähnen, welche jedoch nicht besucht werden konnten, da sie gerade belegt waren. Sie befinden sich in der fünften Etage im Dachstock. Natürlich gibt es auch Garderoben 1/3 für Frauen 2/3 für Männer. Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft auch immer in dieser Aufteilung zusammengesetzt ist. Ansonsten wird es ungemütlich in den Garderobenräumen.
Im Hause ist auch das Friedensrichteramt beheimatet. Im Haupttreppenhaus fällt die Kunst auf. Kunst ist Ansichtssache und aus diesem Grunde sei hier auf eine Wertung verzichtet.
Diese Renovation scheint sehr aufwändig. Ein Spagat zwischen alt, moderner Technik, und erfüllen von Bauauflagen, um das Gebäude stilgerecht zu erhalten. Es bleibt zu hoffen, dass das Gebäude der Praxis und dem Alltagsbetrieb gerecht wird. Definitiv vermisst wird im Haupttreppenhaus Parterre und im ersten Stock das Wiediker-Wappen als Ortsidentifikation.

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Kreisgebäude 3
Kreisgebäude 3